Steuereinstellungen für Kunden

Konfigurieren Sie Steuersätze und Reverse-Charge für verschiedene Kundentypen.

Inhalt

Steuereinstellungen für Kunden

dVersum unterstützt verschiedene Steuerszenarien je nach Kundentyp und Standort. Diese Einstellungen werden automatisch bei der Rechnungserstellung berücksichtigt.

Grundlagen

Deutsche Kunden

Für Kunden in Deutschland gilt:

KundentypSteuersatz
Privatkunden19% (oder 7% ermäßigt)
Geschäftskunden19% (oder 7% ermäßigt)

EU-Kunden (Geschäftskunden)

Für Geschäftskunden in anderen EU-Ländern:

SituationSteuerbehandlung
Mit gültiger USt-IdNr.Reverse-Charge (0%)
Ohne USt-IdNr.Lokaler Steuersatz des Empfängerlandes oder 19%

Drittland-Kunden

Für Kunden außerhalb der EU:

LeistungsartSteuerbehandlung
DienstleistungenSteuerfrei (§ 3a UStG)
WarenlieferungenExport, steuerfrei

Reverse-Charge-Verfahren

Was ist Reverse-Charge?

Beim Reverse-Charge-Verfahren schuldet nicht der leistende Unternehmer die Umsatzsteuer, sondern der Leistungsempfänger (Ihr Kunde). Sie stellen eine Nettorechnung aus.

Voraussetzungen

  1. Geschäftskunde - Ihr Kunde muss ein Unternehmen sein
  2. EU-Ausland - Kunde sitzt in einem anderen EU-Land
  3. Gültige USt-IdNr. - Der Kunde muss eine gültige Umsatzsteuer-ID haben
  4. B2B-Leistung - Die Leistung muss für das Unternehmen sein

Einrichten für einen Kunden

  1. Öffnen Sie den Kunden
  2. Gehen Sie zu Steuereinstellungen
  3. Aktivieren Sie Reverse-Charge anwenden
  4. Geben Sie die USt-IdNr. ein
  5. dVersum prüft die Nummer automatisch

Automatische USt-IdNr.-Prüfung

dVersum validiert EU-Umsatzsteuer-IDs:

  1. Bei Eingabe wird die Nummer geprüft
  2. Gültige Nummern werden mit ✓ markiert
  3. Ungültige Nummern zeigen eine Warnung

Prüfung enthält:

  • Formatprüfung (Ländercode + Nummer)
  • VIES-Datenbankabfrage (EU-Datenbank)
  • Firmenname-Abgleich (wenn verfügbar)

Pflichtangaben auf der Rechnung

Bei Reverse-Charge-Rechnungen fügt dVersum automatisch hinzu:

"Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (Reverse Charge gemäß Art. 196 MwStSystRL)"

Diese Angabe ist gesetzlich vorgeschrieben.

Steuereinstellungen pro Kunde

Zugriff

  1. Öffnen Sie den Kunden
  2. Klicken Sie auf Einstellungen oder das Zahnrad-Symbol
  3. Wählen Sie den Bereich Steuern

Verfügbare Einstellungen

EinstellungBeschreibung
Standard-SteuersatzWird für alle neuen Rechnungen verwendet
Reverse-ChargeAktivieren für EU-Geschäftskunden
USt-IdNr.Umsatzsteuer-ID des Kunden
SteuernummerDeutsche Steuernummer
SteuerbefreitFür steuerfreie Leistungen

Steuersatz ändern

  1. Wählen Sie den Standard-Steuersatz:
    • 19% - Normaler Satz
    • 7% - Ermäßigter Satz
    • 0% - Steuerfrei
  2. Dieser Satz wird bei neuen Dokumenten vorausgewählt
  3. Sie können ihn jederzeit pro Rechnung anpassen

Länderbasierte Einstellungen

Automatische Erkennung

Basierend auf der Kundenadresse:

  1. Deutschland → Standard-MwSt. (19%)
  2. EU-Land + USt-IdNr. → Reverse-Charge verfügbar
  3. EU-Land ohne USt-IdNr. → Hinweis anzeigen
  4. Drittland → Steuerfreie Option

Ländereinstellungen anpassen

  1. Gehen Sie zu EinstellungenSteuern
  2. Unter Länderregeln können Sie Standardverhalten festlegen
  3. Diese werden bei neuen Kunden automatisch angewendet

Steuerfreie Leistungen

Wann steuerfrei?

Bestimmte Leistungen sind in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit:

  • Heilbehandlungen (§ 4 Nr. 14 UStG)
  • Bildungsleistungen (§ 4 Nr. 21 UStG)
  • Versicherungsleistungen (§ 4 Nr. 10 UStG)

Einrichten

  1. Öffnen Sie den Kunden
  2. Aktivieren Sie Steuerbefreite Leistungen
  3. Wählen Sie den Grund der Befreiung
  4. Der Hinweistext wird automatisch auf Rechnungen eingefügt

Pflichthinweise

Bei steuerfreien Rechnungen erscheint automatisch:

"Umsatzsteuerbefreite Leistung gemäß § X Nr. Y UStG"

Kleinunternehmerregelung

Falls Sie selbst Kleinunternehmer sind (§ 19 UStG):

Aktivieren

  1. Gehen Sie zu EinstellungenOrganisationSteuern
  2. Aktivieren Sie Kleinunternehmerregelung
  3. Alle Rechnungen werden ohne MwSt. erstellt

Hinweis auf Rechnungen

Automatischer Text:

"Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet."

Auswirkung auf Kunden

  • Kundenspezifische Steuersätze werden ignoriert
  • Alle Rechnungen sind netto = brutto
  • Reverse-Charge ist nicht anwendbar

Häufige Szenarien

Szenario 1: Deutscher Geschäftskunde

Einstellungen:

  • Land: Deutschland
  • Steuersatz: 19%
  • Reverse-Charge: Nein

Auf der Rechnung:

  • Nettobetrag + 19% MwSt.
  • Keine besonderen Hinweise

Szenario 2: Österreichischer Geschäftskunde

Einstellungen:

  • Land: Österreich
  • USt-IdNr.: ATU12345678
  • Reverse-Charge: Ja

Auf der Rechnung:

  • Nur Nettobetrag
  • Hinweis: "Reverse Charge"
  • USt-IdNr. beider Parteien

Szenario 3: Schweizer Kunde

Einstellungen:

  • Land: Schweiz
  • Steuersatz: 0%
  • Steuerbefreit: Ja (Drittland)

Auf der Rechnung:

  • Nur Nettobetrag
  • Hinweis: "Steuerfreie Ausfuhrlieferung/Dienstleistung"

Szenario 4: Französischer Privatkunde

Einstellungen:

  • Land: Frankreich
  • Typ: Privatkunde
  • Steuersatz: 19% (oder französischer Satz bei MOSS)

Auf der Rechnung:

  • Nettobetrag + MwSt.
  • Bei digitalen Dienstleistungen ggf. französischer Satz

USt-IdNr. verwalten

Ihre eigene USt-IdNr.

  1. Gehen Sie zu EinstellungenOrganisation
  2. Geben Sie Ihre USt-IdNr. ein
  3. Diese erscheint auf allen Rechnungen

Kunden-USt-IdNr.

  1. Beim Kunden unter Steuereinstellungen
  2. Eingabe im Format: DE123456789, ATU12345678, etc.
  3. Automatische Validierung

Prüfprotokoll

Für Ihre Unterlagen speichert dVersum:

  • Datum der Prüfung
  • Ergebnis (gültig/ungültig)
  • Abgerufene Daten

Steuerbericht

Übersicht erstellen

  1. Gehen Sie zu BerichteSteuern
  2. Wählen Sie den Zeitraum
  3. Sehen Sie:
    • Umsätze nach Steuersatz
    • Reverse-Charge-Umsätze
    • Steuerfreie Umsätze

Für die Steuererklärung

Der Bericht zeigt:

  • Steuerpflichtige Umsätze (19%, 7%)
  • Innergemeinschaftliche Lieferungen (Reverse-Charge)
  • Ausfuhrlieferungen (Drittland)

DATEV-Export

Steuerinformationen werden im DATEV-Export korrekt codiert:

  • BU-Schlüssel für Reverse-Charge
  • Steuerschlüssel für verschiedene Sätze

Troubleshooting

USt-IdNr. wird als ungültig angezeigt

  1. Format prüfen - Korrekter Ländercode?
  2. VIES-Status - EU-Datenbank kann temporär nicht erreichbar sein
  3. Neue Nummer - Kann bis zu 2 Wochen dauern, bis sie aktiv ist

Falscher Steuersatz auf Rechnung

  1. Prüfen Sie die Kundeneinstellungen
  2. Prüfen Sie das Land des Kunden
  3. Wurde Reverse-Charge korrekt aktiviert?

Reverse-Charge fehlt

Voraussetzungen prüfen:

  • Ist der Kunde ein Geschäftskunde?
  • Ist die USt-IdNr. eingetragen und gültig?
  • Ist das Land ein EU-Land (nicht Deutschland)?

Best Practices

  1. USt-IdNr. immer prüfen - Bei neuen EU-Kunden
  2. Dokumentation - Prüfprotokolle aufbewahren
  3. Regelmäßig aktualisieren - USt-IdNr. kann sich ändern
  4. Bei Unsicherheit - Steuerberater konsultieren
  5. Länderwechsel beachten - Bei Umzug eines Kunden Einstellungen anpassen

Zuletzt aktualisiert: 13.2.2026